Am 1. Januar 2026, gegen 1:30 Uhr in der Silvesternacht, brach in der Bar Le Constellation im Schweizer Skiort Crans-Montana ein verheerendes Feuer aus. 40 Menschen starben, 116 wurden schwer verletzt – die meisten Opfer waren Jugendliche und junge Erwachsene (SRF, Wikipedia).
Ein Monat später zeigt die Aufklärung ein Systemversagen auf allen Ebenen: Die Bar war fünf Jahre lang nicht inspiziert worden, obwohl jährliche Brandschutzinspektionen vorgeschrieben waren. Der Betreiber Jacques Moretti hatte eine Vorstrafe wegen Zuhälterei, erhielt aber trotzdem eine Betriebserlaubnis. Notausgänge waren verschlossen, die Deckenverkleidung aus brennbarem Schaumstoff war nicht feuerfest. Und es gibt Berichte über einen möglicherweise vertuschten Brandvorfall 2024, bei dem Wunderkerzen bereits einen kleineren Brand verursacht haben sollen.
Worum es geht
- 🔥 Die Katastrophe: 40 Tote, 116 Verletzte in der Silvesternacht
- 🚫 Fünf Jahre ohne Inspektionen: Behördenversagen auf kommunaler Ebene
- ⚖️ Betreiber mit Vorstrafen: Jacques Moretti erhielt trotz Zuhälterei-Vorstrafe eine Lizenz
- 🚪 Verschlossene Notausgänge: Service-Tür von innen verriegelt während des Feuers
- 🕯️ Wunderkerzen als Brandursache: Fontänen an Champagnerflaschen entzündeten brennbaren Schaumstoff
- 📋 Möglicher Vorfall 2024: Berichte über einen früheren Brand, der nicht ordnungsgemäß gemeldet wurde
Die Katastrophe: Was in der Silvesternacht geschah
In der Silvesternacht zum 1. Januar 2026 feierten Hunderte von Menschen in der Bar Le Constellation im Untergeschoss des Gebäudes. Gegen 1:30 Uhr brach ein Feuer aus, das sich innerhalb von Sekunden zu einem Vollbrand entwickelte (SRF).
Die Brandursache: Wunderkerzen an Champagnerflaschen
Die Brandursache war schnell identifiziert: Funkensprühende Sprühfontänen (auch als “Fontänen” bezeichnet), die an Champagnerflaschen befestigt waren, kamen zu nahe an die brennbare Schaumstoff-Deckenverkleidung und setzten sie in Brand (SRF, BBC).
Was ist eine Sprühfontäne?
Sprühfontänen sind pyrotechnische Artikel, die an Flaschen befestigt werden und beim Anzünden Funkensprühen erzeugen. Sie werden häufig bei Feiern und Partys verwendet, um Champagnerflaschen zu “dekorieren”. Doch diese Fontänen können Temperaturen von über 1000°C erreichen und sind extrem gefährlich in geschlossenen Räumen mit brennbaren Materialien.
Der Flashover-Effekt
Nachdem die Deckenverkleidung aus brennbarem Akustikschaumstoff entzündet wurde, kam es zu einem “Flashover” – einem plötzlichen Übergang zu einem Vollbrand, bei dem sich die Flammen blitzschnell im gesamten Raum ausbreiten (SRF, Corriere della Sera). Der Flashover-Effekt tritt auf, wenn die Raumtemperatur so hoch wird, dass alle brennbaren Materialien im Raum gleichzeitig entzündet werden.
Die tödliche Dynamik (Corriere della Sera):
Als die Menschen versuchten zu fliehen, brachen sie die Fenster auf, um zu entkommen. Doch dies hatte einen tödlichen Effekt: Das Öffnen der Fenster ließ Sauerstoff in den Raum, was das Feuer um das Zehnfache verstärkte und Explosionen verursachte. Die Raumtemperatur stieg auf über 1000°C – bei diesen Temperaturen verbrennen die Lungen, bevor die Flammen die Menschen erreichen (Corriere della Sera).
Fumo e gas bollenti hanno ucciso prima del fuoco – Rauch und kochende Gase töteten vor dem Feuer. Die meisten Opfer starben nicht durch Verbrennungen, sondern durch Einatmen von giftigem Rauch und kochenden Gasen, die ihre Lungen verbrannten, bevor die Flammen sie erreichten.
Die verpasste Warnung: Der DJ bemerkte das Feuer
Handy-Aufzeichnungen von Gästen zeigen eine tragische Szene: Der DJ bemerkte das Feuer anscheinend früh und versuchte, Jessica Moretti darauf aufmerksam zu machen, die kurz zuvor vorbeigelaufen war. Doch die Warnung kam zu spät – oder wurde nicht ernst genommen.
Die Tragödie: Der DJ, der versucht hatte, die Betreiberin zu warnen, ist leider verstorben. Er gehörte zu den 40 Opfern der Katastrophe.
Die Frage bleibt: Hätte eine frühere Evakuierung Leben retten können? Wenn Jessica Moretti auf die Warnung des DJs reagiert hätte, hätten mehr Menschen die Bar rechtzeitig verlassen können, bevor das Feuer sich zu einem Vollbrand entwickelte. Doch die Warnung wurde entweder nicht gehört, nicht ernst genommen oder kam zu spät – und der DJ, der versucht hatte zu helfen, verlor sein Leben.
Die Flucht: Warum so viele Menschen starben
Die Evakuierung scheiterte durch mehrere kritische Mängel:
1. Steile, schmale Treppe
Die Treppe vom Untergeschoss ins Erdgeschoss war steil und schmal – zu schmal, um bei einer Panik eine schnelle Evakuierung zu ermöglichen. 34 der 40 Opfer starben am Fuß der Treppe – sie wurden von den nachdrängenden Menschenmassen erstickt oder zertrampelt, bevor sie die Treppe erreichen konnten (SRF).
2. Schmale Ausgangstür
Die Ausgangstür war nur etwa 90 cm breit – viel zu schmal für eine Notfall-Evakuierung mit Hunderten von Menschen. Bei dem starken Gedränge konnten viele Menschen die Tür nicht erreichen.
3. Nicht beleuchtetes Notausgangsschild
Das Notausgangsschild war nicht beleuchtet – in dem dichten Rauch konnten die Menschen den Notausgang nicht finden. Dies ist ein klassischer Sicherheitsmangel, der bei ordnungsgemäßen Inspektionen hätte auffallen müssen.
4. Verschlossene Service-Tür und Notausgang
Eine Service-Tür war von innen verriegelt während des Feuers und fing Menschen ein, die versuchten, durch diesen Ausgang zu fliehen (The Guardian). Der Besitzer Jacques Moretti räumte ein, dass es “möglich ist, dass es einen Verstoß gegen das Protokoll gab” – eine untertriebene Beschreibung für ein Verhalten, das Menschen das Leben kostete.
Es wird vermutet, dass der Notausgang verschlossen wurde, um die Zugangskontrolle zu vereinfachen, da in der Vergangenheit Minderjährige durch diesen Notausgang in die Bar gelangt waren, um das Alterslimit zu umgehen (The Guardian). Die tödliche Ironie: Um Minderjährige fernzuhalten, wurden Notausgänge verschlossen – doch dies kostete Menschen das Leben, als sie während des Feuers nicht durch diese Ausgänge fliehen konnten.
5. Überfüllung
Die Bar war für 300 Personen ausgelegt, aber die tatsächliche Auslastung in der Silvesternacht ist unklar. Bei einer so großen Menschenmenge in einem Untergeschoss mit nur einer schmalen Treppe als Hauptausgang war eine schnelle Evakuierung praktisch unmöglich.
6. Ausfall der Überwachungskameras
Die Überwachungskameras aus dem Inneren der Bar haben ab 1:23 Uhr nicht mehr aufgezeichnet – nur sieben Minuten vor dem Brandausbruch um 1:30 Uhr. Dies ist höchst verdächtig, da es unwahrscheinlich ist, dass alle Kameras gleichzeitig ausfallen. Die fehlenden Aufnahmen erschweren die Aufklärung erheblich.
Die Betreiber: Jacques und Jessica Moretti
Die Bar Le Constellation wurde seit 2015 von dem französischen Ehepaar Jacques und Jessica Moretti aus Korsika betrieben (Wikipedia). Doch die Aufklärung offenbart ernsthafte Fragen über die Qualifikation und Vergangenheit der Betreiber.
Jacques Moretti: Eine Vorstrafe wegen Zuhälterei
Jacques Moretti hatte eine Vorstrafe – im Jahr 2008 wurde er von einem Gericht in Annecy, Frankreich, zu zwölf Monaten Gefängnis wegen Zuhälterei verurteilt (SRF, Le News). Die Straftaten datierten zurück auf 2005 und waren mit einem Massage-Salon in Genf verbunden. Französische Medien berichteten, dass die Verurteilung auch ein Betriebsverbot in Frankreich beinhaltete.
Trotz dieser Vorstrafe erhielt Moretti eine Betriebserlaubnis in Crans-Montana, wo er und seine Frau eine Bar und ein Restaurant im Ort sowie ein weiteres Restaurant in einer Nachbargemeinde betrieben.
Weitere Vorstrafen: Schwarzarbeit in der Schweiz (2016) und Sozialhilfebetrug (2010)
Jacques Moretti wurde 2016 in der Schweiz verurteilt, weil er Arbeiter in Crans-Montana schwarz beschäftigt hatte (Watson, Blick). Dies wirft ernsthafte Fragen über die behördliche Überwachung auf, da nach Walliser Gesetz Vorbestrafte unter bestimmten Umständen keine Bar betreiben dürfen (Watson).
Die Frage stellt sich daher: Hätte Moretti überhaupt eine Konzession für seinen Barbetrieb erhalten dürfen, wenn die Behörden seine Vorstrafen ordnungsgemäß überprüft hätten? (Watson, Focus)
Zusätzlich wurde Moretti 2010 in Bastia, Frankreich, wegen Sozialhilfebetrugs verurteilt (Watson, Weltwoche).
Die vollständige Strafakte von Jacques Moretti:
- 2008: Verurteilung in Annecy, Frankreich, wegen Zuhälterei (12 Monate Haft, davon 8 Monate bedingt)
- 2010: Verurteilung in Bastia, Frankreich, wegen Sozialhilfebetrugs
- 2016: Verurteilung in der Schweiz wegen Schwarzarbeit (schwarz beschäftigte Arbeiter in Crans-Montana)
Warum wurde Moretti trotz Vorstrafen eine Lizenz erteilt?
Nach Walliser Kantonsrecht darf eine Gemeinde eine Gastronomie-Lizenz nur erteilen, wenn der Antragsteller keine relevanten Vorstrafen hat, die den Betrieb gefährden könnten. Heute ist das Gesetz explizit – aber als Moretti erstmals einen Antrag stellte, war die Anforderung lockerer: Es wurde nur eine “einwandfreie Reputation” verlangt (Le News).
Diese Reputation war bereits beschädigt – Moretti hatte bereits die Zuhälterei-Vorstrafe aus 2008. Doch die Gemeinde Crans-Montana hat abgelehnt, Fragen zu beantworten, ob sie Strafregisterauszüge aus der Schweiz oder Frankreich angefordert oder Moretti’s Hintergrund anderweitig überprüft hat, bevor sie die Lizenzen erteilte. Trotz dieser drei Vorstrafen erhielt Moretti eine Betriebserlaubnis in Crans-Montana – eine ernsthafte Frage für die behördliche Überwachung und die Vergabe von Gastronomie-Lizenzen.
Die Verteidigung der Betreiber
Die Betreiber behaupteten, sie hätten “die Sicherheitsvorschriften befolgt” und die Bar sei in den vergangenen 10 Jahren dreimal inspiziert worden (The Times). Sie bestritten Berichte über schmale Treppen oder nicht feuerfeste Materialien.
Doch die Untersuchungen zeigen ein anderes Bild: Die Bar hatte nur einen einzigen Feuerlöscher, der als ausreichend galt, und kein Alarmsystem war für eine Bar dieser Größe vorgeschrieben (Le News).
Das Verhalten nach der Katastrophe: Spuren verwischen während Reanimationsversuchen
Während die Rettungskräfte noch versuchten, Menschen zu reanimieren, haben die Betreiber bereits ihre Facebook-, Instagram-Profile und die Webseite der Bar gelöscht. Dieses Verhalten wirft ernsthafte Fragen auf:
- Warum haben die Betreiber ihre Online-Präsenz so schnell gelöscht?
- Was wollten sie verbergen?
- Warum war ihnen die Löschung ihrer Profile wichtiger als die Hilfe für die Opfer?
Die Implikation: Dies deutet darauf hin, dass die Betreiber bewusst versuchten, ihre Spuren zu verwischen, während noch Menschen um ihr Leben kämpften. Es zeigt eine erschreckende Prioritätensetzung – die Selbstschutz stand über der Sorge um die Opfer.
Die Frage bleibt: Was wollten die Betreiber verbergen, dass sie ihre Online-Präsenz bereits in den ersten Stunden nach der Katastrophe löschten, während noch Reanimationsversuche stattfanden?
Das Behördenversagen: Fünf Jahre ohne Inspektionen
Die Gemeinde Crans-Montana hat ein ernstes Versagen zugegeben: Die Bar Le Constellation war fünf Jahre lang nicht inspiziert worden, obwohl jährliche Brandschutzinspektionen vorgeschrieben waren (The Guardian, Euronews).
Die Inspektionshistorie
Durchgeführte Inspektionen:
- 2016: Inspektion mit unspezifischen Forderungen nach Änderungen
- 2018: Inspektion mit unspezifischen Forderungen nach Änderungen
- 2019: Inspektion mit unspezifischen Forderungen nach Änderungen
Fehlende Inspektionen:
- 2020-2025: Keine Inspektionen – ein fünfjähriger Lücke
Die Gemeinde hat dieses Versäumnis als “ernstes Versagen” beschrieben und tiefes Bedauern geäußert (Le News).
Warum wurden keine Inspektionen durchgeführt?
Bürgermeister Nicolas Féraud führte unzureichende Personalausstattung als einen Faktor an: Ein Team von fünf Sicherheitsbeamten war für die Überprüfung von mehr als 10.000 Gebäuden verantwortlich (The Guardian).
Das Problem ist systemisch: Die gesamte Walliser Region steht vor ähnlichen Problemen, wobei viele Gemeinden aufgrund von Mangel an Personalressourcen nicht mit den Inspektionsintervallen konform sind (Bluewin). Von 128 Bars und Restaurants in Crans-Montana wurden nur 40 im Jahr 2025 inspiziert (BBC).
Die Reaktion der Gemeinde
Bürgermeister Nicolas Féraud räumte Fahrlässigkeit durch den Betreiber ein und sprach von einer “rücksichtslosen Risikokultur”, die Kunden und Personal gefährdete (Le News). Er sagte, der Sicherheitsdienst der Gemeinde habe keine Warnungen bezüglich der Räumlichkeiten erhalten.
Féraud weigerte sich zunächst, zurückzutreten, und erklärte, die Beamten seien “vom Volk gewählt” und würden “jetzt nicht das Schiff verlassen” (The Guardian).
Die verspätete Verschärfung
Als Reaktion auf die Katastrophe hat der Gemeinderat alle pyrotechnischen Geräte in geschlossenen öffentlichen Räumen verboten. Er hat auch einen externen Spezialisten beauftragt, sofortige Inspektionen aller öffentlichen Einrichtungen durchzuführen, einschließlich Baumaterialien, obwohl dies keine gesetzliche Verpflichtung ist (Le News).
In einer Pressemitteilung stellte die Gemeinde fest, dass allein im Jahr 2025 etwa 1.400 Brandinspektionen durchgeführt wurden – während sie zugab, dass Le Constellation fünf Jahre lang durch die Maschen gefallen war. Das Bedauern ist explizit. Ob Rechenschaftspflicht folgen wird, ist weniger klar.
Brandschutzinspektionen sind kritisch, um Gefahren zu identifizieren, bevor sie zu Katastrophen werden. Eine ordnungsgemäße Inspektion hätte mehrere der Probleme identifizieren können, die zur Katastrophe führten:
1. Brennbare Materialien
- Die brennbare Schaumstoff-Deckenverkleidung hätte als Sicherheitsrisiko identifiziert werden müssen
- Feuerfeste Materialien hätten vorgeschrieben werden können
2. Fluchtwege
- Die schmale Treppe und schmale Tür hätten als unzureichend identifiziert werden können
- Zusätzliche Notausgänge hätten vorgeschrieben werden können
3. Notausgangsbeleuchtung
- Das nicht beleuchtete Notausgangsschild hätte als Verstoß identifiziert werden können
4. Überfüllung
- Die Kapazitätsgrenzen hätten überprüft werden können
- Personenbegrenzungen hätten durchgesetzt werden können
5. Pyrotechnische Artikel
- Ein Verbot von Wunderkerzen in geschlossenen Räumen hätte viel früher eingeführt werden können
Das Problem: Wenn Inspektionen nicht durchgeführt werden, bleiben diese Gefahren unentdeckt – bis es zu spät ist.
Der vertuschte Vorfall 2024: Bestätigt durch den Anwalt der Opferfamilien
Während der Aufklärung der Katastrophe bestätigte Sébastien Fanti, der Anwalt der Opferfamilien, dass es bereits 2024 einen Brand in der Bar gegeben hatte (20min.ch). Dieser Brand wurde durch Bougies-étincelles (Wunderkerzen/Fontänen) verursacht, die zu nah am nicht feuerfesten Deckenverkleidung waren.
Was ist bekannt?
Der Anwalt der Opferfamilien bestätigt den Vorfall 2024:
Laut Sébastien Fanti hätte bereits 2024 ein Brand in der Bar ausgebrochen, der durch Wunderkerzen verursacht wurde, die zu nah am Deckenverkleidung waren. Fanti argumentiert, dass dies beweist, dass die Betreiber die Risiken kannten – sie wussten, dass die brennbare Deckenverkleidung durch Wunderkerzen entzündet werden konnte, unternahmen aber nichts, um das Problem zu beheben (20min.ch).
Die Ähnlichkeit zwischen dem Vorfall 2024 und der Katastrophe 2026 ist auffällig:
- Beide wurden durch Wunderkerzen/Fontänen verursacht
- Beide betrafen die brennbare Deckenverkleidung
- Beide hätten verhindert werden können, wenn angemessene Sicherheitsmaßnahmen ergriffen worden wären
Warum wurde der Vorfall vertuscht?
Mögliche Gründe für die Vertuschung:
- Geschäftliche Interessen: Ein gemeldeter Brand hätte zu Schließungen oder kostspieligen Renovierungen führen können
- Versicherungsprobleme: Ein gemeldeter Brand hätte Versicherungsprämien erhöhen können
- Regulatorische Probleme: Ein gemeldeter Brand hätte zu Inspektionen und möglicherweise Betriebsverboten führen können
- Reputationsschaden: Ein gemeldeter Brand hätte die Reputation der Bar schädigen können
Das Problem: Wenn Vorfälle vertuscht werden, werden Sicherheitsmängel nicht behoben – und die Gefahr wächst, bis es zu einer Katastrophe kommt.
Was hätte passieren müssen?
Wenn der Vorfall 2024 ordnungsgemäß gemeldet worden wäre:
- Sofortige Inspektion durch die Behörden
- Überprüfung der Brandschutzmaßnahmen
- Vorschriften für feuerfeste Materialien
- Verbot von pyrotechnischen Artikeln in geschlossenen Räumen
- Überprüfung der Fluchtwege
All dies hätte die Katastrophe 2026 möglicherweise verhindert.
Die rechtliche Bedeutung:
Der Vorfall 2024 ist juristisch bedeutsam, weil er beweist, dass die Betreiber die Gefahr kannten. Sie wussten, dass Wunderkerzen die brennbare Deckenverkleidung entzünden konnten, unternahmen aber keine Maßnahmen, um das Problem zu beheben. Dies könnte die Anklage wegen fahrlässiger Tötung verschärfen.
Die technischen Mängel: Was hätte verhindert werden können
Die Aufklärung hat mehrere technische Mängel identifiziert, die alle hätten verhindert werden können, wenn ordnungsgemäße Inspektionen durchgeführt worden wären.
1. Brennbare Deckenverkleidung: Selbst eingebaut aus dem Baumarkt
Die Deckenverkleidung aus Akustikschaumstoff war nicht feuerfest – sie war brennbar und trug zur schnellen Ausbreitung des Feuers bei. Jacques Moretti gestand später, dass er den Akustikschaumstoff an der Decke selbst durch brennbares Material aus einem Baumarkt ersetzt hatte (Stern, FR).
Ein weiterer kritischer Punkt: Am 13./14. Dezember 2025 – nur zwei Wochen vor der Katastrophe – hatte sich der Akustikschaumstoff von der Decke gelöst. Ein Mitarbeiter sendete Jacques Moretti ein Video davon. Anscheinend wurden die Schaumstoffplatten wieder festgeklebt, da Moretti in einer Sprachnachricht am 14. Dezember 2025 nachfragte, ob sich die wieder gelöst hätten und ob das so in Ordnung sei.
Dies zeigt: Die Betreiber wußten, dass der Schaumstoff Probleme hatte – er löste sich von der Decke. Statt das Problem ordnungsgemäß zu beheben (z.B. durch feuerfeste Materialien oder professionelle Reparatur), wurden die brennbaren Platten einfach wieder festgeklebt. Zwei Wochen später kostete diese fahrlässige Reparatur 40 Menschen das Leben.
Dies ist ein kritischer Punkt: Der Betreiber hat bewusst brennbares Material verwendet, obwohl er nach dem Vorfall 2024 die Gefahr kannte. Und als sich der Schaumstoff von der Decke löste, wurde er einfach wieder festgeklebt, anstatt das Problem ordnungsgemäß zu beheben. Eine ordnungsgemäße Inspektion hätte dies als Sicherheitsrisiko identifizieren müssen.
Was hätte getan werden müssen:
- Feuerfeste Materialien für die Deckenverkleidung verwenden
- Brandschutzbehandlung der vorhandenen Materialien
- Regelmäßige Überprüfung der Materialien
- Verbot von Eigenumbauten ohne Genehmigung
- Professionelle Reparatur statt einfaches Festkleben, wenn sich Materialien lösen
2. Unzureichende Fluchtwege: Bauverstöße und verschlossene Türen
Die Treppe war zu schmal, die Tür war zu schmal, und es gab nur einen Hauptausgang aus dem Untergeschoss. Bei einer Überfüllung war eine schnelle Evakuierung praktisch unmöglich.
Zusätzliche Probleme:
- Die Innentüren der Bar öffneten sich nicht vorschriftsgemäß nach außen (SRF)
- Die Bauarbeiten 2015 begannen, bevor ein öffentliches Baugesuch eingereicht wurde – etwa drei Monate nach Ankunft eines Baggers (SRF)
- Ein Notausgang im Untergeschoss war in der Brandnacht von innen verriegelt – vermutlich, um die Zugangskontrolle zu vereinfachen, da Minderjährige durch diesen Notausgang in die Bar gelangt waren (Stern, Der Standard, The Guardian)
Was hätte getan werden müssen:
- Zusätzliche Notausgänge einbauen
- Breitere Treppen und Türen
- Notausgangsbeleuchtung installieren
- Personenbegrenzungen durchsetzen
- Türen müssen nach außen öffnen (Brandschutzvorschrift)
- Notausgänge dürfen nie verschlossen werden
3. Fehlende Brandschutzausrüstung und Ausbildung
Die Bar hatte nur einen einzigen Feuerlöscher und kein Alarmsystem. Für eine Bar dieser Größe war dies völlig unzureichend.
Kritisch: Laut Aussagen des Besitzers wurden die Angestellten nie für Brände geschult (20min.ch). Das Personal hatte keine Ahnung, wie man im Notfall reagieren sollte – eine fatale Kombination mit den anderen Sicherheitsmängeln.
Was hätte getan werden müssen:
- Mehrere Feuerlöscher installieren
- Rauchmelder und Feueralarm installieren
- Sprinkleranlage installieren
- Brandschutzausbildung für Personal (obligatorisch)
- Regelmäßige Evakuierungsübungen durchführen
4. Ausfall der Überwachungskameras: Verdächtiges Timing
Die Überwachungskameras aus dem Inneren der Bar haben ab 1:23 Uhr nicht mehr aufgezeichnet – nur sieben Minuten vor dem Brandausbruch um 1:30 Uhr. Dies ist höchst verdächtig, da es unwahrscheinlich ist, dass alle Kameras gleichzeitig ausfallen. Die fehlenden Aufnahmen erschweren die Aufklärung erheblich, da die Untersuchungen sich auf Zeugenaussagen und forensische Beweise verlassen müssen, was weniger zuverlässig ist als Videoaufnahmen.
5. Pyrotechnische Artikel: Forensische Funde
Wunderkerzen und Fontänen sollten nie in geschlossenen Räumen mit brennbaren Materialien verwendet werden. Doch es gab kein Verbot oder keine Überwachung dieser Praxis.
Forensische Untersuchungen fanden im Keller der Bar 25 abgebrannte Feuer-Fontänen in Champagnerflaschen sowie illegale Bodenknaller der Marke “Lupo P1” und etwa 100 weitere verpackte Fontänen (FR). Eine Kellnerin trug am Silvesternacht um 1:26 Uhr zwei Champagnerflaschen mit Feuer-Fontänen durch den Keller (FR).
Die Praxis war systematisch: Laut Zeugen wurden seit der Eröffnung der Bar 2015 regelmäßig Fontänen an Champagnerflaschen verwendet (RTS). Zum Zeitpunkt des Brandausbruchs sollen etwa zehn Fontänen gleichzeitig verwendet worden sein (RTS).
Was hätte getan werden müssen:
- Verbot von pyrotechnischen Artikeln in geschlossenen Räumen
- Überwachung der Einhaltung
- Aufklärung der Gäste über die Gefahren
- Konsequente Durchsetzung des Verbots
Die Opfer: Wer starb in der Katastrophe?
40 Menschen starben in der Katastrophe – die meisten waren Jugendliche und junge Erwachsene, die Silvester feierten. 34 der 40 Opfer starben am Fuß der Treppe – sie wurden von den nachdrängenden Menschenmassen erstickt oder zertrampelt, bevor sie die Treppe erreichen konnten (SRF).
116 Menschen wurden verletzt – die meisten schwer. Viele erlitten Rauchvergiftungen, Verbrennungen und Verletzungen durch das Gedränge.
Internationale Opfer
Unter den Opfern waren viele Italiener – Italien forderte eine gemeinsame Untersuchung der Katastrophe (Swissinfo). Die internationale Dimension der Katastrophe zeigt, wie wichtig eine gründliche Aufklärung ist.
Die Opferstatistik (Le Monde):
- 21 Schweizer Staatsbürger
- 9 Franzosen
- 6 Italiener
- Bürger aus Belgien, Portugal, Rumänien und der Türkei
Die Hälfte der Opfer war unter 18 Jahren, das Alter reichte von 14 bis 39 Jahren. Die meisten waren Jugendliche, Lehrlinge und Studenten (Le Monde).
Die rechtlichen Konsequenzen
Die Staatsanwaltschaft Wallis hat Ermittlungen gegen Jacques und Jessica Moretti eröffnet wegen:
- Fahrlässiger Tötung (40 Opfer)
- Fahrlässiger Körperverletzung (116 Verletzte)
- Fahrlässiger Verursachung einer Feuersbrunst (SRF)
Jacques Moretti wurde in Untersuchungshaft genommen und später für drei Monate in Haft genommen (Le Monde, Kölner Stadt-Anzeiger). Er konnte jedoch gegen eine Kaution von 200.000 Franken freigelassen werden (20min.ch).
Die Frage der Verantwortung
Wer ist verantwortlich?
- Die Betreiber: Sie haben Sicherheitsvorschriften nicht befolgt, Notausgänge verschlossen und brennbare Materialien verwendet
- Die Gemeinde: Sie hat fünf Jahre lang keine Inspektionen durchgeführt, obwohl sie vorgeschrieben waren
- Die Behörden: Sie haben Moretti trotz Vorstrafe eine Lizenz erteilt und keine angemessene Überwachung durchgeführt
Die Frage bleibt: Wer wird zur Rechenschaft gezogen? Und werden die rechtlichen Konsequenzen ausreichen, um zukünftige Katastrophen zu verhindern?
Vergleich mit anderen ähnlichen Tragödien: Wiederkehrende Muster
Die Katastrophe von Crans-Montana ist keine einmalige Tragödie. Die Geschichte zeigt wiederkehrende Muster bei ähnlichen Brandkatastrophen in Nachtclubs und Bars weltweit. Ein Vergleich mit anderen Tragödien offenbart erschreckende Parallelen und zeigt, dass die gleichen Fehler immer wieder gemacht werden.
Ozone Disco, Quezon City, Philippinen (1996): 162 Tote
Am 18. März 1996 brach in der Ozone Disco in Quezon City, Philippinen, ein Feuer aus, das 162 Menschen das Leben kostete und mindestens 95 verletzte (Wikipedia). Es ist offiziell das schlimmste Feuer in der philippinischen Geschichte und gehört zu den 10 schlimmsten Nachtclubbränden weltweit (Rappler).
Parallelen zu Crans-Montana:
- Verschlossene oder blockierte Notausgänge: Die einzige bekannte Notausgang war durch ein angrenzendes Gebäude blockiert. Sicherheitspersonal hatte den Haupteingang von außen verschlossen (Wikipedia)
- Massive Überfüllung: Die Disco war stark überfüllt mit etwa 350 Gästen, obwohl die Kapazität nur 35 Personen betrug – eine 10-fache Überfüllung (Wikipedia)
- Nach innen öffnende Türen: Die Türen öffneten sich nach innen und entsprachen nicht den Bauvorschriften (Wikipedia)
- Defekte Feuerlöscher: Die Feuerlöscher waren defekt (Wikipedia)
- Opfer am Ausgang: Leichen stapelten sich hüfthoch im Korridor, der zum einzigen Ausgang führte (Wikipedia)
- Junge Opfer: Die meisten Opfer waren Schüler und Studenten, die Abschlussfeiern feierten (Wikipedia)
Rechtliche Konsequenzen: Im Jahr 2001 wurden der Präsident des Clubs, Hermilo Ocampo, und der Schatzmeister, Ramon Ng, wegen fahrlässiger Nachlässigkeit verurteilt und zu vier Jahren Gefängnis plus Geldstrafen verurteilt (Wikipedia).
The Station Nightclub, West Warwick, Rhode Island, USA (2003): 100 Tote
Am 20. Februar 2003 brach während eines Konzerts der Band Great White im Station Nightclub in West Warwick, Rhode Island, ein Feuer aus, das 100 Menschen tötete und 230 verletzte (Wikipedia, NIST). Es ist das tödlichste Feuerwerksunfall in der US-Geschichte und das vierttödlichste Nachtclubfeuer in der US-Geschichte (Wikipedia).
Parallelen zu Crans-Montana:
- Pyrotechnische Artikel: Pyrotechnische Fackeln entzündeten brennbaren Polyurethanschaum in den Wänden und der Decke um die Bühne (NIST)
- Brennbarer Schaumstoff: Nicht feuerfester Polyurethanschaum entzündete sich in nur 3-14 Sekunden und erreichte die maximale Wärmeabgabe in weniger als 45 Sekunden (NIST)
- Schnelle Ausbreitung: Rauch war innerhalb von einer Minute an den Ausgängen sichtbar, Flammen brachen in weniger als fünf Minuten durch das Dach (NIST)
- Fehlende Sprinkleranlage: Der Nachtclub hatte keine Sprinkleranlage (NIST)
- Blockierte Ausgänge: Von den 100 Todesfällen starben 95 durch Unfähigkeit zur Evakuierung aufgrund von unhaltbaren Bedingungen entlang der Fluchtwege. Die Evakuierung wurde durch Gedränge am Haupteingang stark behindert (NIST)
- Fehlende Inspektionen: Unzureichende Notfallinspektionen (NIST)
NIST-Untersuchung: Die National Institute of Standards and Technology (NIST)-Untersuchung kam zu dem Schluss, dass strikte Einhaltung der Bau- und Brandschutzvorschriften von 2003 ähnliche Tragödien verhindert hätte (NIST).
Lame Horse, Perm, Russland (2009): 156 Tote
Am 5. Dezember 2009 brach im Lame Horse Nachtclub in Perm, Russland, ein Feuer aus, das 156 Menschen tötete und 78 verletzte (Wikipedia). Es ist das tödlichste Nachtclubfeuer in der russischen Geschichte.
Parallelen zu Crans-Montana:
- Pyrotechnische Artikel: Das Feuer wurde durch Pyrotechnik auf der Bühne verursacht (Wikipedia)
- Brennbare Materialien: Brennbare Materialien an der Decke trugen zur schnellen Ausbreitung bei (Wikipedia)
- Überfüllung: Der Club war überfüllt (Wikipedia)
- Fehlende Notausgänge: Unzureichende Notausgänge (Wikipedia)
Die wiederkehrenden Muster: Was alle diese Tragödien gemeinsam haben
1. Brennbare Materialien
- Brennbare Schaumstoffe oder Deckenverkleidungen (Crans-Montana, The Station, Lame Horse)
- Nicht feuerfeste Materialien in geschlossenen Räumen
- Schnelle Entzündung und rasche Ausbreitung
2. Pyrotechnische Artikel in geschlossenen Räumen
- Wunderkerzen/Fontänen (Crans-Montana)
- Pyrotechnische Fackeln (The Station)
- Bühnenpyrotechnik (Lame Horse)
- Alle in geschlossenen Räumen mit brennbaren Materialien
3. Verschlossene oder blockierte Notausgänge
- Verschlossene Türen (Crans-Montana, Ozone Disco)
- Blockierte Ausgänge (Ozone Disco, The Station)
- Nach innen öffnende Türen (Ozone Disco, Crans-Montana)
4. Überfüllung
- Massive Überfüllung über die Kapazitätsgrenzen hinaus (alle)
- Zu viele Menschen für die verfügbaren Fluchtwege
5. Fehlende oder unzureichende Brandschutzausrüstung
- Keine Sprinkleranlagen (The Station, Crans-Montana)
- Defekte oder unzureichende Feuerlöscher (Ozone Disco, Crans-Montana)
- Keine Rauchmelder oder Feueralarme
6. Fehlende oder unzureichende Inspektionen
- Jahrelange Lücken in den Inspektionen (Crans-Montana: 5 Jahre)
- Unzureichende Überwachung durch Behörden (alle)
7. Schnelle Ausbreitung durch Flashover
- Innerhalb von Sekunden zu einem Vollbrand
- Keine Zeit für eine ordnungsgemäße Evakuierung
8. Junge Opfer
- Die meisten Opfer waren Jugendliche und junge Erwachsene
- Feiern und Partys wurden zu Todesfallen
Die Lehren, die nicht gelernt wurden
Tragisch ist, dass jede dieser Katastrophen hätte verhindert werden können, wenn:
- Feuerfeste Materialien verwendet worden wären
- Pyrotechnische Artikel in geschlossenen Räumen verboten worden wären
- Notausgänge nie verschlossen worden wären
- Ordentliche Inspektionen durchgeführt worden wären
- Sprinkleranlagen installiert worden wären
- Personenbegrenzungen durchgesetzt worden wären
Doch die gleichen Fehler werden immer wieder gemacht – und Menschen sterben, weil Sicherheit als Kostenfaktor oder Bürokratie betrachtet wird, anstatt als Lebensretter.
Die Frage bleibt: Werden wir aus der Katastrophe von Crans-Montana lernen? Oder wird es weitere Tragödien geben, die hätten verhindert werden können?
Fazit: Ein Systemversagen auf allen Ebenen
Ein Monat nach der Katastrophe zeigt die Aufklärung ein Systemversagen auf allen Ebenen:
- Die Betreiber haben Sicherheitsvorschriften missachtet, Notausgänge verschlossen und brennbare Materialien verwendet
- Die Gemeinde hat fünf Jahre lang keine Inspektionen durchgeführt, obwohl sie vorgeschrieben waren
- Die Behörden haben Moretti trotz Vorstrafe eine Lizenz erteilt und keine angemessene Überwachung durchgeführt
- Ein möglicherweise vertuschter Vorfall 2024 wurde nicht ordnungsgemäß behandelt
Die Katastrophe hätte verhindert werden können – wenn ordnungsgemäße Inspektionen durchgeführt worden wären, wenn Sicherheitsvorschriften befolgt worden wären, wenn Notausgänge nicht verschlossen worden wären, wenn feuerfeste Materialien verwendet worden wären.
Die Frage bleibt: Werden die rechtlichen Konsequenzen ausreichen, um zukünftige Katastrophen zu verhindern? Und werden die Behörden ihre Verantwortung übernehmen und systemische Änderungen vornehmen, um sicherzustellen, dass solche Versäumnisse nicht wieder passieren?
40 Menschen sind tot – und ihre Tode hätten verhindert werden können. Das ist die tragische Realität der Katastrophe von Crans-Montana.
Noch nicht vollständig aufgeklärt
Ein Monat nach der Katastrophe ist die Aufklärung noch nicht abgeschlossen. Viele Fragen bleiben offen:
- Warum fielen die Überwachungskameras genau sieben Minuten vor dem Brandausbruch aus? War es ein technischer Defekt oder eine absichtliche Manipulation?
- Wurde der Vorfall 2024 wirklich vertuscht? Und wenn ja, wer wusste davon und warum wurde nichts unternommen?
- Warum reagierte Jessica Moretti nicht auf die Warnung des DJs? Hätte eine frühere Evakuierung Leben retten können?
- Wie konnte Jacques Moretti trotz drei Vorstrafen eine Betriebserlaubnis erhalten? Wer trägt die Verantwortung für diese Entscheidung?
- Warum wurden die Smartphones der Betreiber erst acht Tage nach der Katastrophe beschlagnahmt? (Watson)
- Warum wurde die Wohnung der Barbetreiber nicht durchsucht? (Watson)
- Warum wurde die Autopsie der Opfer offenbar vergessen? (Watson)
Die Ermittlungen laufen noch – und es bleibt abzuwarten, ob alle Fragen beantwortet werden und ob alle Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden. Die Opfer und ihre Familien verdienen vollständige Aufklärung und Gerechtigkeit.
Quellen und weiterführende Informationen
Die Katastrophe
- SRF: Dutzende Tote im Wallis – Feuerdrama in Crans-Montana
- SRF: Le Constellation im Innern – Die Ereignisse in der Bar grafisch rekonstruiert
- Wikipedia: Brandkatastrophe von Crans-Montana
- Wikipedia: 2026 Crans-Montana bar fire
Die Brandursache
- BBC: Sparklers on champagne bottles likely cause of deadly Swiss bar fire
- The Guardian: Service door of Crans-Montana bar where 40 died in fire was locked from inside
Die Betreiber
- SRF: Wirtepaar von Crans-Montana – Wieso durfte Jacques Moretti trotz Vorstrafen Lokale betreiben?
- Watson: Sonntagsnews: Jacques Moretti wurde auch in der Schweiz schon verurteilt
- Watson: Crans Montana: Das ist die Strafakte des Barbetreiber Jacques Moretti
- Blick: Versagen der Behörden auf vielen Ebenen – Betreiber von Inferno-Bar war in der Schweiz vorbestraft
- Focus: Tödliches Feuer-Inferno: Barbetreiber Moretti war wohl auch in der Schweiz vorbestraft
- Weltwoche: Todesbarbetreiber Jacques Moretti wurde 2008 bereits verurteilt – wegen «schwerer Zuhälterei»
- The Times: Le Constellation’s owners say they followed safety regulations
- Kölner Stadt-Anzeiger: Untersuchungshaft für Barbesitzer von Crans-Montana
Das Behördenversagen
- The Guardian: No safety inspections at site of Swiss bar fire for past five years
- Euronews: Swiss Alps bar not inspected for five years prior to deadly fire
- Le News: Crans-Montana fire: who missed what?
- Bluewin: Fire safety inspections are sometimes suspended for decades
- BBC: Swiss search souls and question government after ski resort fire
- Watson: Moretti-Handys und Interessenskonflikte – Akten verschärfen Kritik an Walliser Justiz
Internationale Reaktionen
Schweizer Medien
- SRF: Barbetreiber wollte «Le Constellation» noch vergrössern
- 20min.ch: Crans-Montana: Neue Details zum Brand
- 20min.ch: Un premier feu aurait éclaté au Constellation en 2024
- RTS: Crans-Montana: ce que l’on sait deux semaines après le drame
Italienische Medien
- Corriere della Sera: Così il Le Constellation si è riempito di fumo e gas bollenti
- Corriere della Sera: Le cause della strage di Crans-Montana
- Corriere della Sera: Che cosa è successo a Crans-Montana?
- Corriere della Sera: Le nuove foto dell’incendio che divampa a Crans-Montana
Französische Medien
- Le Monde: Swiss ski resort fire: ‘Several dozen’ believed killed during New Year’s bash
- Le Monde: Swiss grieve as all fire victims identified, half of them under 18
- Le Monde: Swiss safety officials admit shortcomings after bar fire
- Le Monde: Swiss bar fire: Owner detained for three months
- Le Figaro: Escalier «étroit», bougies-étincelles: les normes anti-incendie ont-elles été respectées?
- BFMTV: “Tout le monde se bousculait comme pas possible”: le récit de la nuit d’horreur
Deutsche Medien
- Stern: Crans-Montana: Notausgang der Bar soll verriegelt gewesen sein
- FR: Geheim-Dokument durchgesickert: Forensiker melden gefährlichen Fund
- Der Standard: Medienberichte: Bei Brand in Crans-Montana war eine Servicetüre von innen verschlossen
Weitere internationale Berichterstattung
- CBS News: Swiss bar where dozens died in fire hadn’t been inspected in several years
- France 24: Swiss officials admit safety inspections lapse at bar where 40 died in NYE fire
- CNN: A New Year’s party in an upscale Swiss ski resort turned deadly
Vergleichstragödien: Ähnliche Nachtclub- und Barbrände
Ozone Disco, Quezon City, Philippinen (1996)
- Wikipedia: Ozone Disco fire
- Rappler: Remember the 1996 Ozone Disco fire?
- Inquirer: Ashes from the past: Remembering the 1996 Ozone Disco tragedy
- Business Inquirer: In retrospect: The Ozone Disco tragedy
The Station Nightclub, West Warwick, Rhode Island, USA (2003)
- Wikipedia: The Station nightclub fire
- NIST: The Station Nightclub Fire 2003
- NIST: Report of the Technical Investigation of The Station Nightclub Fire
- NIST: Key Findings and Recommendations for Improvement
- NIST: Final NIST Rhode Island Nightclub Fire Report
- BBC: A deadly fire swept through a nightclub in just 90 seconds. I got out
- The Conversation: Many of history’s deadliest building fires have been in nightclubs